Ötztaler Radmarathon – Die Strecke im Detail

Der Ötztaler: 5500 Höhenmeter, 238 Kilometer, 4 Alpenpässe, 4 Klimazonen, Kühtai, Brenner, Jaufenpass, Timmelsjoch – alles an einem einzigen Tag. Alles für einen Traum!

Vorbereitung ist alles

Was esse und ich trinke ich wann? Wie sind die Karenz- und Durchgangszeiten beim Ötztaler Radmarathon? Immer auf einen Blick.

Die Strecke

Download Marschtabellen. Karenzzeiten. Ernährungsplan. Der Ötzi ist mehr als nur eine Sportveranstaltung. Für eines der härtesten Radrennen ist eine gute Vorbereitung die halbe Miete. Je mehr Dinge fest im Unterbewusstsein verankert sind, desto mehr kann ich mich am Wettkampftag aufs Fahren konzentrieren. Der Plan ist mein Knoten im Taschentuch.

Vor dem Start in Sölden

Was esse, trinke ich bis zum Start?
Vor dem Start werde ich eine halbe Flasche ISO trinken, eine Banane und etwas Kuchen essen. Auch wenn ich wahrscheinlich keinen wirklichen Hunger oder Durst habe.

Sölden – Oetz

Sölden – Oetz

6.45 Startschuss in Sölden. Die ersten 32 Kilometer lassen sich gut angehen. Alles bergab und der Schnitt auf der ersten Kilometer wird zum Kühtai gleich zerstört. Wichtig für diesen Abschnitt ist, dass ich nicht stürze und mich aus den Postionskämpfen einfach raushalte. Bereits hier ein DNF zu kassieren ist sehr ärgerlich.

Was esse, trinke ich in diesem Abschnitt?

Wenn das Feld etwas ruhiger ist und die ersten Rangeleien vorbei sind, werde ich meinen ersten Riegel verdrücken und einen Schluck Iso nehmen. Der Fahrtwind kühlt den Schweiß und mein Haushalt wird ausgeglichen werden müssen.

Oetz – Kühtai

Oetz – Kühtai: max. 18%, 1200 Höhenmeter, 18.5 Kilometer

Der Anstieg von Oetz zum Kühtai (2.017 m) ist landschaftlich mit Sicherheit sehr reizvoll. Wobei sich eh die grundsätzliche Frage stellt wie viel Aufmerksamkeit ich landschaftlichen Gesichtspunkten schenken werde. Generelles Problem aber an Tagen wie diesen.
Im Kreisverkehr in Oetz geht´s rechts weg und direkt zur Sache. Mittendrin statt nur dabei. Mit bis zu 14% Steigungen ist ab jetzt zu rechnen. Die Rampen zudem sehr unrhythmisch zu fahren. Wichtig ist hier ruhig zu bleiben und sich auf sein Tempo zu fokussieren. Es verleitet schon am Anfang zu überpowern. Ich werde hier mit sehr vielen Mitstreitern unterwegs sein, die eh alle schneller sind.

Was esse, trinke ich in diesem Abschnitt?
Bis zum Gipfel müssen beide Flasche leer sein und zwei Gels sollten vernichtet worden sein. Ich werde versuchen das jeweils pro Drittel der Strecke zu erledigen.

Kühtai – Innsbruck

Kühtai – Innsbruck

Am Kühtai wartet auf 2.017 Metern Höhe die erste Labestation. Wichtig: Gleich Trinken und gleich Essen! Wenn möglich, dann Ötztaler Kraftkugeln. Leicht fettig, aber perfekt um Energie zu tanken. Als Alternative suche ich mir Kuchen. In der Abfahrt ist für das Verdauen genug Zeit. Der Tag wird ja noch lange. Außerdem fülle ich beide Flaschen mit Wasser und drücke jeweils ein Gels in jede Flasche. Eine Banane geht auch mit auf die Reise.
Die Abfahrt ist nicht ungefährlich. Lange Geraden ermöglichen mir vielleicht einen neuen persönlichen Max-Speedrekord zu stellen. Allein schon ohne die Kurbel zu drehen sind schnell an die 90 Sachen drin. Einige Weideroste kreuzen immer wieder die Straße. Vorsicht ist geboten!

Innsbruck – Brenner

Innsbruck – Brenner: max. 12%, 777 Höhenmeter, 39 Kilometer

Hauptproblem der Strecke Innsbruck Brenner sind normal die vielen, vielen Touris, die sich gerne die Maut für den Brennero sparen möchten. Nicht an diesem Tag. Das Stück ist gesperrt und gehört ganz dem Radsport. Gemessen an dem was gerade am Kühtai geboten war und was noch kommt ist der Brennerpass leichtes Spiel. Er ist einfach nur lange bei durchschnittlich 3-4 Prozent Steigung. Die einzige Gefahr, die hier besteht, dass ich mich verleiten lasse den Pass viel zu schnell zu fahren und unnötige Körner auf der Strecke bleiben, die ich am Timmelsjoch brauche. Also gute Gruppe suchen, verstecken, keine Führungsarbeit und mitziehen lassen.

Was esse, trinke ich in diesem Abschnitt?
Ich habe genug Zeit meine beiden Flaschen zu leeren, meine mitgenommene Banane und einen weiteren Riegel zu mir zu nehmen.

Brenner – Sterzing

Brenner – Sterzing

An der Passhöhe Brenner ist die nächste Labestation. Mein Mittagessen. Suppe und Salzgebäck. Der Mineralhaushalt muss auf normales Niveau gebracht werden. Blechkuchen und vielleicht etwas Trockenobst komplettieren die ausgiebige Kost.
Die Abfahrt ist wenig spektakulär. Der Kopf ist eh schon am Jaufenpass.

Sterzing – Jaufenpass

Sterzing – Jaufenpass: max.12 %, 1130 Höhenmeter, 15.5 Kilometer

Der nördlichste Übergang, der ganz auf italienischem Gebiet liegt. Von Sterzing aus steigt die Straße konstant aber stetig mit humanen Prozentwerten. Insgesamt lässt sich alles sehr angenehm fahren. Nicht umsonst ist der Jaufenpass sehr beliebt unter Rennradfahrern.

Was esse, trinke ich in diesem Abschnitt?
Meinen beiden Flaschen und zwei Gels sind bis zur Passhöhe vertilgt.

Jaufenpass – St. Leonhard

Jaufenpass – St.Leonhard

Die Abfahrt vom Jaufenpass nach St.Leonhard lässt Rennfahrerherzen höher schlagen. Die Kehren lassen sich harmonisch fahren und es macht richtig Spaß den Weg nach St.Leonhard so schnell wie möglich hinter sich zu lassen. Der Straßenbelag übrigens perfekt – neu!

Finale am Timmelsjoch

Über die genaue Höhenangabe streiten sich ja die Geister. Es ist auf jeden Fall einer der höchsten Pässe der Ostalpen. Auf jeden Fall das Dach des Ötztaler Radmarathons. 2470 Meter mindestens. Die Südostrampe vom Passeiertal ist der finale Richter über Niederlage oder Erfolg beim Ötzi. Die ersten Kilometer, 6 ungefähr, sind noch relativ moderat und angenehm, danach fallen die Prozente seltenst unter 8. Dem zwischenzeitlich „angenehmen“ Teil zwischen Kilometer 15 und 19 folgen brutale Rampen von bis zu 18%. Das wird richtig weh tun. Vor allem nach dem bis dato absolviertem Frühstücksfernsehen und Nachmittagsprogramm. Die letzten Kehren bis zum Tunnel sind wie in Stein gemeißelt und vom traumhaftem Panorama umgeben.

St.Leonhard – Schönau – Timmelsjoch: max. 14%, 1759 Höhenmeter, 28.7 Kilometer

St-Leonhard – Schönau

Was esse, trinke ich in diesem Abschnitt?
Noch vor dem eigentlichen Anstieg wären der mitgenommene Kuchen, die Banane und ein Riegel zu verzehren. Im Anstieg will ich nur noch wenig feste Nahrung zu mir nehmen. Bis zur nächste Labestation in Schönau müssen die beiden Flaschen geleert sein.

Schönau – Timmelsjoch

Was esse, trinke ich in diesem Abschnitt?
Labestation Schönau: Kuchen und Kraftkugeln. Vielleicht etwas Trockenfrüchte. Auf jeden Fall wieder viel Trinken und Mineralhaushalt ausgleichen. Die beiden Flaschen werden ein letztes Mal gefüllt und die Freude auf das Schlussstück, immerhin noch über 11 km, steigt.

Auf halber Strecke wartet noch eine Trinklabe. Wenn ich möchte, dann gibt´s etwas Cola oder Red Bull. Bis zum Tunnel an Timmelsjoch sind auf jeden Fall mein beiden flüssigen Gels mit Koffein fällig und meine Trinkflaschen.

Timmelsjoch – Sölden

Timmelsjoch – Mautstation – Sölden

Die Abfahrt nach Sölden kann ich nochmal richtig genießen. Die Kür zum Abschluss. Die 200 anfallenden Höhenmeter zur Mautstation will ich mal unter der B-Note verbuchen. Wer hier ist hat es geschafft. Mein Traum wird wahr.

Immer griffbereit

Die Trinkflaschen – perfekt für alles auf einen Blick.

Wo bringe ich meine Marschtabelle nun am idealsten unter? Immer auf dem Blick will ich sie haben. Meinen Platzhirsch am Oberlenker, den Garmin kann ich schlecht verbannen, der ist gesetzt. Am Rahmen vielleicht? Wobei die Fülle an Informationen unter Belastung dann wieder nicht auf einmal abbildbar wäre. Die Trinkflaschen – perfekt für alles auf einen Blick. Und immer griffbereit.